Bodrum: Schleuser von Aylan Kurdi verurteilt

Sechs Monate nach dem Tod des syrischen Flüchtlingsjungen Aylan Kurdi sind in dem Fall zwei Schleuser zu jeweils vier Jahren und zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Das Gericht in der südwesttürkischen Küstenstadt Bodrum in der Provinz Muğla habe die 35- und 36-jährigen Syrer Assam al-Frhad und Muwafaka al-Abasch wegen Menschenschmuggels verurteilt, meldete die Nachrichtenagentur DHA. Von… Bodrum: Schleuser von Aylan Kurdi verurteilt weiterlesen

Verwandte des ertrunkenen Aylan Kurdi erhalten begeisterten Empfang in Kanada

Der Onkel des ertrunkenen dreijährigen Flüchtlingskindes Aylan Kurdi ist mit seiner Familie in Kanada eingetroffen. Mohammed Kurdi wurde mit seiner Frau und seinen fünf Kindern am Montag am Flughafen in Vancouver begeistert empfangen. Seine Schwester Tima, die seit Jahren in Kanada lebt, hatte sich für die Übersiedlung der Familie eingesetzt. Die Bilder des ertrunkenen Jungen… Verwandte des ertrunkenen Aylan Kurdi erhalten begeisterten Empfang in Kanada weiterlesen

Türkei: Anklage fordert lange Haft für mutmaßliche Schleuser von Aylan

Die mutmaßlichen Schleuser der Familie des ertrunkenen Flüchtlingsjungen Aylan Kurdi sollen nach dem Willen der türkischen Staatsanwaltschaft für lange Jahre ins Gefängnis. Die Anklage fordere für zwei syrische Verdächtige jeweils Haft von bis zu 35 Jahren und eine Geldstrafe, meldete die Nachrichtenagentur DHA am Donnerstag. Ihnen werde neben Beteiligung am Menschenschmuggel vorgeworfen, vorsätzlich den Tod… Türkei: Anklage fordert lange Haft für mutmaßliche Schleuser von Aylan weiterlesen

„Wer mit Satire nicht umgehen kann, sollte sich die Interpretation einfach verkneifen“

Die Karikatur des toten Aylan Kurdi hat einmal mehr für Diskussionen über die Rechte und Pflichten von Satire ausgelöst. DTJ sprach mit dem Chefredakteur der Satirezeitschrift TITANIC über die Verantwortung, die Satiriker für die Interpretation ihrer Werke tragen.

Der drei-jährige Aylan Kurdi wurde vorgestern an der Küste zu Bodrum tot aufgefunden. Das Foto seines Leichnams am Strand ging um die Welt. Das tragische Ereignis sorgte weltweit für Trauer und Bestürzung. Alyan wurde heute gemeinsam mit seinem ebenfalls ums Leben gekommenen fünf Jahre alten Bruder Galip und seine Mutter Rehan in der hauptsächlich von Kurden bewohnten syrischen Stadt Kobane beerdigt. Trauernde Einwohner der Stadt beteten am Grab für die Opfer und gaben ihnen das letzte Geleit. Bilder zeigten am Freitag, wie der Vater den in ein weißes Tuch gehüllten Leichnam des kleinen Jungen im Grab in den Armen hält.

Abdullah Kurdi, der Vater des Jungen, hatte am Donnerstag einem Radiosender erklärt, hohe Wellen hätten das Boot auf dem Weg von Bodrum zur etwa fünf Kilometer entfernten Insel Kos zum Kentern gebracht. Er habe versucht, seinen Söhnen und seiner Frau zu helfen. Als er nach drei Stunden von der Küstenwache gerettet worden sei, seien die drei tot gewesen. Die türkischen Behörden nahmen vier mutmaßliche Schleuser fest, die für den Tod der Flüchtlinge verantwortlich sein sollen. Das eigentlich für vier Personen vorgesehene Schlauchboot mit 15 Flüchtlingen kenterte in der Nacht und zwölf Flüchtlinge ertranken. Auch der Vater war mit dabei. Er überlebte.

Mir gefror das Blut in den Adern

Die türkische Fotografin Nilüfer Demir von der Nachrichtenagentur DHA hat die Bilder von dem syrischen Flüchtlingsjungen Aylan Kurdi gemacht. In einem DHA-Video erzählt sie, was in ihr in dem Moment vor sich ging:

„Als ich den dreijährigen Aylan Kurdi gesehen habe, gefror mir wirklich das Blut in den Adern. In dem Moment war nichts mehr zu machen. Er lag mit seinem roten T-Shirt und seinen blauen Shorts, halb bis zum Bauch hochgerutscht, leblos am Boden. Ich konnte nichts für ihn tun. Das einzige, was ich tun konnte, war, seinem Schrei – dem Schrei seines am Boden liegenden Körpers – Gehör zu verschaffen. Ich dachte, das könnte ich nur schaffen, indem ich den Abzug betätigte. Und in diesem Moment habe ich das Foto geschossen. Hundert Meter weiter lag sein Bruder Galip am Boden. Ich bin danach zu ihm gegangen. Auch sein T-Shirt war hochgerutscht. Bei keinem von beiden, auch nicht bei der 150 Meter weiter von Galip entfernt liegenden (Mutter) Rehan konnte man Schwimmwesten, Schwimmflügel oder etwas, was sie über Wasser hätte halten können, vorfinden.“ (dpa/dtj)