Ein halbes Jahr nach dem Putsch: „Säuberungen“ gehen unerbittlich weiter

Präsident Erdoğan hatte nach dem Putschversuch in der Türkei „Säuberungen“ im Staatsapparat angekündigt, über 100 000 Menschen verloren ihre Jobs, zehntausende wurden verhaftet. Ein halbes Jahr später ist immer noch kein Ende absehbar: Wieder verlieren Tausende ihre Jobs. Diesmal trifft es auch viele Akademiker, die einen Friedensaufruf gegen die Gewalt im Südosten der Türkei unterzeichneten.

EU-Geheimdienstbericht: Gülen steckte nicht hinter dem Putsch

Die türkische Regierung hat sich bereits mehrfach über mangelnde Solidarität ihrer europäischen Amtskollegen nach dem Putsch vom Juli 2016 beschwert. Warum europäische Regierungen so zurückhaltend agieren, könnte nun ein öffentlich gewordenes Geheimdienstdokument erklären: Die britische Tageszeitung „The Times“ ist an einen brisanten Bericht des EU-Geheimdienstzentrums INTCEN gelangt, in dem nachrichtendienstliche Erkenntisse zum Putsch vom 15. Juli zusammengefasst werden. Und die widersprechen der Darstellung der türkischen Regierung in entscheidenden Punkten.

CHP-Bericht: „FETÖ“ nur Vorwand, AKP schafft neue Parallelstrukturen

Die größte türkische Oppositionspartei CHP (Cumhuriyet Halk Partisi; Republikanische Volkspartei) hat einen Bericht angefertigt, der sich mit dem Putschversuch und den seitdem durchgeführten „Säuberungen“ befasst. Darin kommt die Partei kommt zu dem Schluss, dass die freiwerdenden Stellen in den staatlichen Behörden mit Mitgliedern anderer religiöser Gemeinden besetzt würden. Die Regierung legitimiert ihr Vorgehen bei den „Säuberungen“ damit,… CHP-Bericht: „FETÖ“ nur Vorwand, AKP schafft neue Parallelstrukturen weiterlesen

„Säuberungen“ in der Türkei: Türkischer Richter setzt sich in Flüchtlingsboot nach Griechenland ab

Bisher kommen vor allem syrische und afghanische Flüchtende über die Türkei in die EU, seit dem Putschversuch vom 15. Juli und den darauffolgenden „Säuberungen“ mehren sich nun jedoch Fälle von türkischen Staatsbürgern, die sich in die europäische Union abzusetzen versuchen – mit den selben Mitteln wie die Bürgerkriegsflüchtlinge. So ist am Montag einem Medienbericht zufolge ein türkischer… „Säuberungen“ in der Türkei: Türkischer Richter setzt sich in Flüchtlingsboot nach Griechenland ab weiterlesen

Säuberungen in der Türkei: Auch auf der Seite der Mächtigen ist man nicht zwangsläufig sicher

Ömer Faruk Kavurmacı hegt anscheinend genug Hass auf die Putschisten vom 15. Juli, dass er ihnen die Menschenwürde abspricht. Man sollte meinen, dass so jemand schwerlich in den Verdacht gerät, selbst ein „Fetöcü“ zu sein. Aber in der Türkei ist momentan viel möglich.

Erdoğan: „Das war erst das Komma“

Erdoğan droht Deutschland für den Fall, dass drei angeblich nach Deutschland eingereiste türkische Staatsanwälte nicht an die Türkei ausgeliefert werden.

Das harte Vorgehen Erdoğans seit dem Putschversuch in der Türkei wird von seinen Anhängern bejubelt, von der Opposition aber auch kritisiert. Der Präsident lässt sich nicht beirren. Was bislang geschehen ist, ist nach seinen Worten erst „die Spitze des Eisbergs“.