KOMMENTAR Es ist schon fast Routine: Ausländische Journalisten berichten kritisch über die Türkei, die türkische Regierung und ihre Anhänger regen sich darüber auf. Dieses Mal hat es – schon wieder – den Spiegel erwischt. Der hat eine Spezial-Ausgabe zur Lage in der Türkei herausgebracht, deren Inhalt der türkischen Regierung natürlich kräftig gegen den Strich geht.… Bösewicht Erdoğan und Minarette als Raketen – Muss das schon wieder sein? weiterlesen
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Nedim Bayat: „Es geht hier nicht um die Türkei, sondern um die Miete im Wedding“
Arm, kriminell, gefährlich: Das sind die Vorurteile, die mit dem Berliner Stadtteil Wedding in Verbindung gebracht werden. DTJ hat sich mit Nedim Bayat getroffen, der das Viertel seit Jahrzehnten kennt und für die Grünen zur Berliner Wahl am 18. September kandidiert. Ein Gespräch über die Rolle der Bildung auf dem Kiez, Verdrängung der alteingesessenen Anwohner und die Konflikte, auf die man sich als türkeistämmiger Lokalpolitiker auf einem „Gastarbeiterkiez“ einlässt.
Nach über einem Jahr Isolation: PKK-Chef Öcalan ruft zu neuem Friedensprozess auf
Erstmals seit einem Jahr wurde ein Lebenszeichen des inhaftierten PKK-Führers Abdullah Öcalan öffentlich verlesen. Darin fordert er auf, die Kämpfe einzustellen und eine erneute Verhandlungslösung zu suchen. Die Regierung hält davon nichts und setzt im Südosten der Türkei verstärkt auf Repression.
Syrien: Türkei und YPG schließen angeblich Waffenstillstand
In Syrien soll es einen Waffenstillstand zwischen der Türkei und den kurdischen Volksbefreiungseinheiten der YPG geben. Das bestätigen sowohl die USA als auch die Kurden. Die Türkei hingegen will davon nichts wissen. Unterdessen scheinen die Vorbereitungen für eine Belagerung der Stadt Manbidsch voranzuschreiten.
Säuberungen in der Türkei: Auch auf der Seite der Mächtigen ist man nicht zwangsläufig sicher
Ömer Faruk Kavurmacı hegt anscheinend genug Hass auf die Putschisten vom 15. Juli, dass er ihnen die Menschenwürde abspricht. Man sollte meinen, dass so jemand schwerlich in den Verdacht gerät, selbst ein „Fetöcü“ zu sein. Aber in der Türkei ist momentan viel möglich.
Die moralische Krise der Gülen-Bewegung: Kann es eine kollektive Unschuld geben?
Der türkische Staat führt einen unerbittlichen Vernichtungsfeldzug gegen die Gülen-Bewegung, der schon vor dem gescheiterten Putschversuch jenseits rechtsstaatlicher Normen stattfand. Die Solidarität mit der Gemeinde des muslimischen Predigers fällt jedoch erschreckend gering aus, vor allem, weil sie nicht nur als Opfer des Regimes betrachtet wird, sondern auch als dessen ehemaliger Steigbügelhalter. Die Anhänger der Bewegung müssen anfangen, die Vergangenheit mit anderen Augen zu betrachten und eingestehen, dass auch in ihrem Namen Unrecht geschehen ist.
Die gestrige Tragödie war ein Pyrrhussieg für die Demokratie
KOMMENTAR Erdoğan hat gesiegt. Es ist gut und richtig, dass der gestrige Putsch gescheitert ist. Das Verhalten der Menschen – und ja, explizit auch der AKP-Anhänger–, die auf die Straßen gegangen sind und sich dem Militär in Teilen friedlich entgegengestellt haben, war mutig und richtig. Dennoch, die gestrige Nacht war eine Tragödie. Über zweihundert Tote,… Die gestrige Tragödie war ein Pyrrhussieg für die Demokratie weiterlesen
Boris Johnson: Ein Enkel der Osmanen wird britischer Außenminister
Der neue britische Außenminister ist der Urenkel eines der letzten Innenminister des Osmanischen Reiches. Eigentlich wären das schon mal gute Voraussetzungen für ein freundschaftliches Verhältnis zur Türkei – wäre da nicht die Sache mit der Ziege.